Statt eines neuen Segments für Start-ups startet die Deutsche Börse im Juni eine Online-Plattform, um Wachstumsunternehmen mit Investoren zusammen zu bringen. Die ersten 12 Teilnehmer stehen bereits fest.

Als 2013 in der WirtschaftsWoche erstmals die Forderung nach einem neuen Börsensegment für Start-ups öffentlich wurde, zeigte sich auch der damalige Wirtschaftsminister Philipp Rösler aufgeschlossen. Dann forderten er und sein Nachfolger Sigmar Gabriel selbst einen „Neuen Markt 2.0“. Allerdings stießen sie damit bei der Deutschen Börse auf Widerstand, die Erinnerungen an die geplatzte Internet-Blase nach der Jahrtausendwende waren zu stark.

Stattdessen eröffnet die Deutsche Börse im Juni eine Online-Plattform für junge Wachstumsunternehmen und Investoren. Unter dem Namen „Deutsche Börse Venture Network“ richtet sich der Neue Markt 0.5 an Unternehmen in der Wachstumsphase. Kriterien für die Aufnahme seien unter anderem Umsatzwachstum, Firmenwert und Profitabilität. Deutschen und internationalen Investoren aus den Bereichen Private Equity, Venture Capital, Family Offices, Publikumsfonds sowie vermögenden Privatpersonen sollen so Investments in Start-ups erleichtert werden. Firmen und Investoren bekommen ein Passwort für die Internetseite, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

Die Deutsche Börse gab auch bereits die Namen von einem Dutzend Start-ups bekannt, die im Juni auf der Plattform dabei sein werden: 004, Auctionata, brillen.de, Brille24, Hitmeister, Home24, Kreditech, NFON, Proteros, reBuy, stylefruits und Swyx. Weitere Unternehmen befinden sich im Aufnahmeprozess.