Was die Aufräumarbeiten in Rockets Essenslieferimperium bedeuten, welche Rekorde der Gründerboom produziert und wo Zalando Retouren kostenlos abholt. Der Wochenrückblick.

Rocket räumt auf: Foodpanda verkauft sein Geschäft in Brasilien und Mexiko an den Konkurrenten JustEat. Die Essensliefergruppe der Samwers wolle sich künftig auf Asien, den Mittleren Osten und Osteuropa konzentrieren. Zudem verkauft Rocket seine Lieferdienste in Italien und Spanien.

„Die Transaktionen zielen darauf ab, die Komplexität von Rocket Internet´s Firmennetzwerk zu reduzieren“, begründetet Oliver Samwer. Die Ambitionen des als „Global Online Takeaway Group“ bezeichneten Lieferdienstkonglomerats werden dafür reduziert, auch der Name wird offenbar nicht mehr verwendet. Das ist auch ein Etappensieg für Delivery Hero – ein Börsengang der Rocket-Lieferdienstgruppe mit der Lieferheld-Mutter als Teil ist damit wohl auch vom Tisch.

Finanziell ist das Ganze ein Verlustgeschäft für die Samwers. Denn JustEat zahlt insgesamt nur 125 Millionen Euro, dabei hatte Rocket allein die Töchter in Italien und Spanien laut Medienberichten mehr als 130 Millionen Euro bezahlt haben – die Beteiligungen in Lateinamerika kamen noch obendrauf.

Eine Konsolidierung gibt es auch beim Curated-Shopping – also individuell zusammengestellten Kleiderboxen: Modomoto übernimmt den niederländisch-dänischen Konkurrenten The Cloakroom. Der deutsche Rivale Outfittery weitet derweil seinen kostenlosen Abholservice aus. Und auch Zalando könnte seinen Käufern künftig den Gang zur Post ersparen: Der Online-Händler testet derzeit, Retouren gratis beim Kunden selbst abzuholen.

Bei der Vermittlung von Umzugshelfern hat der Kampf gerade erst begonnen. Die Hintergründe des Copycat-Krimis zwischen Movinga und Movago werden bei Gründerszene detailliert beschrieben.

In den USA wird schon seit einiger Zeit darüber gestritten, ob Uber seine Fahrer nicht wie Angestellte behandeln muss. Hierzulande ändert Book-a-Tiger entsprechend sein Modell: Statt selbstständige Putzkräfte zu vermitteln, werden diese künftig fest angestellt.

Den Berliner Start-up-Boom schildert das Stadtmagazin „Tip“: Die Gründer werden längst nicht mehr als „Lustige Nerds mit Club-Mate-Sucht-Problematik“ wahrgenommen, denn auch immer mehr US-Investoren kommen in die Stadt. Der Gründerboom spiegelt sich auch in den Zahlen des Förderprogramms Exist: Die Zahl der Stipendien stieg massiv an, die Fördersumme legte um 41 Millionen Euro zu.

Frisches Geld floss auch in dieser Woche: Für die Rocket-Start-ups Lamudi und Spotcap gab es jeweils etwa 30 Millionen Euro. Eine Nummer kleiner waren die Runden bei SuitePad oder dem Dating-Dienst Ohlala.